Chile

21/03/2008 – Valparaiso

Ankunft in Santiago nach 13 +4 Stunden Flugzeit mit TAM und LAN. Danach gehts direkt weiter nach Valparaiso, ein kleines Städtchen an der Küste. Um ca. 1500 Uhr bin ich im Hostel, einem “First Class Dorm”, eingetroffen. Für 11 Euro mit einem traumhaften Frühstück ist das ein guter Deal.

Valparaiso ist in einer Bucht gelegen und der historische Stadtkern zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt worden. Wenn nicht gerade ein Hund im Weg liegt oder ein Obdachloser an ein Auto, möglicherweise auch Haus, uriniert, kann man die Stadt durchaus mögen.

Der Hafen ist bedeutend für Chile, das Militär ist ebenfalls präsent. Frische Fischsuppe gabs erwartungsgemäß zu fairem Preis. Das Brot mit dem Knoblauchdip war sehr lecker, zum Leid meiner Mitbewohner.

22/03/2008 Valparaiso – Antofagasta

Mein Dorm war nur für diese Nacht verfügbar und Valparaiso hat mich nicht beeindruckt, deshalb ist heute Reisetag. Nächster Stop: Santiago, danach Antofagasta.

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23/03/2008

Nach 18 Stunden im Bus bin ich endlich in Antofagasta angekommen. Oma Ilsi helfe ich noch schnell beim Gepäck verladen, nachdem sie mich im Bus mit gesüßten Papayas gemästet hat. Um 0830 Uhr begebe ich mich auf die Suche nach einem Hostel. Die Menschen sind besonders freundlich und sprechen perfektes Spanisch als ich sie am Sonntag Morgen aus dem Bett klingle. Auch die Hunde haben mich heut morgen zum Fressen gern. Sie treten in Rudeln auf und sind spontan aggressiv wenn man ihr Revier, den Gehweg, betritt.

Das Hostel Dakota ist sehr einfach und ich ersteigerte das kleinste und dunkelste Zimmer im Keller, ohne Fenster. Der Duftstein im Bad haut mich fast um. Die Stadt ist sehr lang und industriell geprägt. Einen richtigen Strand gibt es nicht, dafür einen Hafen mit Seelöwen und riesigen Meeresschildkröten. Das Wasser ist kalt und eignet sich ausschließlich zum Surfen mit Neo. Die Chilenische Luftwaffe zeigte am Nachmittag mit einer beeindruckenden Flugshow ihre Künste.

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Vom Sonnenbrand gezeichnet habe ich mich spontan für einen Besuch beim Friseur entschieden. Durch meine weitreichenden Spanischkenntnisse wurde die Unterhaltung so lustig, dass wir, die Friseurin und ihre Tochter, spontan in ein Restaurant gefahren sind. Danach besuchten wir noch La Portada, das Wahrzeichen der Gegend. Im Anschluss genossen wir einen Kaffee am Flughafen und besichtigten alte Burgruinen bei Nacht. Ein gelungener Abend!

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24/03/2008

Nach einem spärlichen Frühstück im Hotel genoss ich eine meiner beliebten Empanadas im Bus und fuhr weitere sechs Stunden Richtung Norden nach Iquique. Die Stadt am Meer ist mit 230 000 Einwohnern eine kleinere Hafenstadt am Rande der Atacama. Alte Gebäude prägen das Zentrum und für viele Chilenen ist es ein beliebter Urlaubsort.

Mein Hostel ist diesmal ansprechend und direkt im Zentrum gelegen. Auch hier spricht kein Mensch Englisch. Ich mag die Stadt!

25/03/2008

Ein Highlight dieses Tages ist der Strandlauf am Morgen. Der Strand ist riesig und der Pazifik unruhig und kalt.

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Am Nachmittag besuche ich die verlassene Wüstenstadt Humberstone. Sie liegt ca. 70km östlich Iquiques, an der Panamerikana. Hinwärts fährt ein städtischer Bus für zwei Euro. Die spanische Wegbeschreibung zur Haltestelle war irreführend und nachdem ich das zweite Mal vollkommen falsch abgebogen bin, hat mich ein Einarmiger zur Haltestelle geführt. Mein freundlichen Lächeln suggeriert oft Verständnis. Meist verstehe ich kein einziges Wort, nicke aber höflich.

Die alte Förderstadt ist beeindruckend und es sind kaum Besucher anwesend. Die Stille der Wüste und die brennende Sonne lassen die alten Häuser und Förderanlagen wie einen Friedhof erscheinen. Ich genieße die Ruhe und bin erstaunt, dass sich diese Woche schon mehrere Deutsche ins Besucherbuch eingetragen haben.

Der Rückweg gestaltet sich nun etwas kompliziert, da die Stadt mitten im Nichts liegt, das heißt es gibt auch keine Busse. Zwei chilenische Urlauberinen helfen mir beim Hitchhiking und wir fahren mit zwei jungen Kerlen in einem tiefergelegten Honda in atemberaubend kurzer Zeit zurück. Keiner von uns dreien redet auch nur ein Wort während der Fahrt.

26/03/2008

Die Fahrt nach Calama dauert länger als geplant, denn unterwegs werden wir Opfer des Zolls. Die Durchsuchung nach Lebensmitteln findet routinemäßig auf dieser Strecke statt, denn die Einfuhr ist verboten. Diesen Risikos war ich mir bewusst als ich nach Iquique gefahren bin, denn meine teuren gefriergetrockneten Mahlzeiten standen schließlich auf dem Spiel. Jedoch befindet sich im Handgepäck auch noch eine ganze Ladung der geliebten Empanadas.

Nach 7 Stunden ohne Klimaanlage erreichen wir Calama. Mein Pulsmesser bestätigt mir mit freundlichem Piepen, dass die Kopfschmerzen in 3000m Höhe begründet sind. Calama selbst liegt etwas tiefer, ändert aber nichts an den Kopfweh. Im Footprint Guide ist kein Plan der Stadt eingezeichnet und mit 120 000 Einwohner ist sie auch nicht in 5 Minuten erschlossen. Die Hotelsuche erkläre ich zum heutigen Highlight des Tages. Sie kostet Nerven. Zwei Stunden laufe ich mit zwei Rucksäcken durch die engen Gassen und finde nix, außer natürlich einem Doppelzimmer zum Preis von einem Einzelzimmer (auf Nachfrage) für 80 Euro und einem Lächeln. Ich ziehe die Absteige für 12 Euro vor, da singen wenigstens die Straßenarbeiter ein Lied wenn sie von Arbeit kommen. Vom Zimmer und den sanitären Anlagen berichte ich nicht.

Am Tourist-Office hängt ein Zettel, auf dem steht, dass die Mine für Besucher geschlossen sei, man aber um 1000 Uhr am Eingang eine Alternativtour anbietet.

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27/03/2008

Die Tour findet wie geplant statt und 4 freundliche Österreicher mit Obstler und 3 weitere Deutsche sind ebenfalls mit von der Partie. Unsere freundliche Führung zieht die volle Aufmerksamkeit auf sich und entlockt so manchem älteren Herren ein kleines aber scharfes Grinsen.

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Die weltgrößte Kupfermine Chuquicamata ist für Besucher nicht zugänglich, da die Aussichtsplattform im Zuge der Abbauarbeiten “entfernt” wurde. Radomiro Tomic ist wesentlich kleiner, hinterlässt dennoch bei uns allen einen überwältigenden Eindruck. Alles ist riesig in dieser Mine. Die Steintransporter sind gigantisch und mit 4,5 Mio USD und einem Eigengewicht von über 200t äußerst imposant. Bei Versuchen mit autonomen Fahrzeugen wurde ein kleineres Fahrzeug versehentlich überrollt, man arbeitet an einer Verbesserung der Software.

Am Abend fahre ich mit dem Bus nach San Pedro begegne den ersten Gesichtern vom Team von Racing the Planet.

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