Der 40-Stunden-Tag

Nach fast 2 Jahren Abstinenz bin ich endlich wieder bei einem Ultra-Trail unterwegs und dann gleich ein 100-Meiler in der Schweiz — das nur spannend werden.

Das kleine, verschlafene Schweizer Dorf Grächen liegt in sicherer Entfernung, etwa 20 Kilometer vor der Touristenhochburg Zermatt. Statt Hotelburgen ragen hier mit Geranien geschmückte Walserhäuser empor und viel weniger Touristen verirren sich in das Bergdorf. Grächen ist Start und Ziel für die Ultra Tour Monte Rosa (UTMR) – die Trainingsrunde von Lizzy Hawker. Diese Runde diente Lizzy viele Jahre als Vorbereitung für den berühmten großen Bruder, den Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB).

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Mit 170 Kilometern und 11.300 Höhenmetern erscheint die Runde auf den ersten Blick unwesentlich anspruchsvoller als der große Bruder. Auf unserer sechsstündigen Hinfahrt fragt meine Frau Judy: “Was meinst du, wie lang brauchst du?” Ich überschlage kurz im Kopf: “Ich bin in mäßiger Form, beim UTMB bedeutet das ca. 27-28 Stunden, also brauche ich voraussichtlich 30 Stunden.” Judy meint: “Thomas, das ist der aktuelle Streckenrekord. Ich glaube, so schnell bist du nicht.” Könnte etwas länger dauern, denke ich.

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Grächen ist ein wunderbarer kleiner Ferienort mit wenigen Besuchern im Vergleich zum nahegelegenen Zermatt

Mit hängenden Schultern stehe ich im Ortskern von Grächen. Links am Arm baumelt die Reisetasche, rechts der Laufrucksack. Neben uns ein kleiner Brunnen, davor steht ein Festzelt auf grüner Wiese. So kenne ich das von Dorffesten in meinem Leipziger Heimatdorf. In einer Turnhalle ist Ausrüstungskontrolle. Hier treffe ich Daniel Heideck, der sich gerade auf dem Tor des Geants vorbereitet und beim UTMR aushilft. Die Kontrolle der Pflichtausrüstung wird nicht ohne Grund penibel genau genommen. In den Bergen werden kleine Fehler hart bestraft.

Folgende Pflichtausrüstung steht auf der Liste:

  • Mobiltelefon
  • Zwei Stirnlampen mit jeweils Ersatzbatterien
  • Trinkflasche oder -blase mit mindestens 1.5 Litern Kapazität
  • Notration in verschlossener Ziplock-Tüte mit mind. 400kCal
  • Notfallsack (keine Notfalldecke)
  • Pfeife
  • Elastische Haftbandage (1m x 6cm)
  • Atmungsaktive, wasserdichte Jacke mit Membran (10.000mm Schmerber)
  • Wasserdichte Hose
  • Warme langärmelige Top-Schicht
  • Mindestens knielange Laufhosen
  • Warme Mütze
  • Handschuhe
  • GPS-Tracker
  • Ausweis

Da das Wetter in den nächsten Tagen umschlagen soll, packe ich die Winterausrüstung ein, in mehrfacher Ausfertigung versteht sich. In den Höhenlagen sind Temperaturen unter 0 Grad und in den Tälern über 30 Grad keine Überraschung. Kommt dann noch etwas Wind und Niederschlag hinzu, werden die Bedingungen schnell lebensfeindlich.

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Der Ausblick entschädigt dafür, dass wir auf einem anderen Berg wohnen

Lebensfeindlich sind auch die Schweizer Preise, jedoch fördern sie unsere Kreativität bei der Logistik. Das günstigste AirBnB liegt 30 Kilometer entfernt, dazu fahren wir gefühlt endlos Serpentinen auf einen anderen Berg. Judy hat irgendwann genervt aufgehört die Kehren zu zählen. Gegen 22 Uhr stehen wir vor einem dunklen Haus. Start des Rennens ist gegen 4 Uhr. Drei Stunden Schlaf müssen ausreichen.

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Schweizer Hütten im Walser-Stil

Um 4 Uhr stehe ich mit weiteren 146 Läufern unter Sternenhimmel auf dem Dorfplatz von Grächen. Es ist still, kein Vangelis, keine Zuschauer, nur die Sterne leuchten. Bloß keinen wecken, müssen sich die Organisatoren wohl denken. Dann trabt das Feld los wie eine Schafherde ins Verderben. Ich hänge mich an meinen Lauffreund Axel und wir lassen es locker angehen. Einen 100-Meilen-Lauf gewinnst du nicht auf den ersten 50 Kilometern.

Wir laufen ins Tal, dort werden wir fehlgeleitet. Scheinbar weiß der Rest, wo es langgeht und läuft auf der anderen Flussseite an uns vorbei. Jetzt sind’s 172 Kilometer — Rundungsfehler, denke ich.

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Die Europabrücke – die alte Brücke liegt unterhalb zerschellt im Geröll

Im Morgengrauen wird es etwas wärmer und wir traben auf den ersten Sonnenstrahlen über den Europatrail durch das Mattertal. Nach einer Europabrücke steht neben uns im Wald ein Steinbock — wir halten kurz inne. Das Matterhorn lugt um die Ecke und ein Panorama auf die umliegenden Viertausender baut sich auf. In Zermatt ist die Verpflegungsstation auf einem Parkplatz. Das ist zwar nicht sehr romantisch, dafür versichert mir die Oma am Verpflegungspunkt, dass die Suppe hausgemacht ist. Ich bin noch im Genießermodus unterwegs.

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Die Verpflegungsstation in Zermatt ist etwas nüchtern gestaltet – hier das Zelt mit den Versorgungssäcken

Nach Zermatt steigen wir hinauf zum Theodul-Pass und hinüber auf die Italienische Seite, das heißt über den Gletscher rauf auf 3300 Meter. Der Gletscher ist unspektakulär. Die Snowboarder, die mir auf Blankeis entgegen schaben, tun mir leid. Spannender ist der Schneeregen, der mir ins Gesicht peitscht. Ich könnte jetzt Klamotten wechseln, doch meine Verfolger treiben mich und sie nerven, also durchhalten. Es hat auch nur 50 Kilometer gedauert, bis ich im Rennmodus angelangt bin.

Hinter dem Pass liegt der Lago Cime Bianche, der sieht aus wie ein Speichersee für Schneekanonen. Eine Mondlandschaft mit Stahlskulpturen tut sich auf. Die Kälte setzt der kleinen Japanerin vor mir zu. Ich agiler Laufstil geht allmählich in den Robotermodus über. Gleich bleibt sie stehen, denke ich. Mit zwei anderen Läufern erklimme ich den nächsten Pass. Beim Abstieg schüttet es wie aus aus Eimern, das “Tap Tap” der Schuhe wird zum “Patsch Patsch” und die Kuhfladen lösen sich in den Pfützen auf. Auf der Wiese vor mir sitzt ein Fotograf wie ein Frosch im Feuchtbiotop. Vor ihm werfe ich meinen Rucksack ins Gras und mir die Regenjacke über. Mit jedem Schritt schmatzen meine Socken und die Steine sind jetzt wie mit Öl bestrichen. Ein falscher Schritt das wars.

Das Rifugio Ferraro dampft wie eine Sauna. Innen ist es brütend warm, zwei asiatische Läuferinnen fragen mich, ob ich ein Taxi mit ihnen teile. Ich erwidere: “Nein, ich wollte den Rest auch noch laufen.” Sie sind raus und müssen jetzt selbst sehen, wie sie von Italien zurück in die Schweiz kommen.

Bis nach Gressoney sollten es jetzt nur elf Kilometer sein, doch die Etappe scheint endlos. Hinter jeder Kuppe, erhebt sich die nächste. Es ist einsam und wild hier oben, die Landschaft im Grau. Gressoney präsentiert sich trostlos und verschlafen, ganz anders als beim Tor des Geants. Mein Magen rebelliert, das nasskalte Wetter und die kalten Getränke bekommen ihm nicht. Ich muss kurz pausieren, bestelle Nudeln mit Parmesan. Als ich nach Tomatensoße frage, schauen mich die Helfer verdutzt an: Tomatensoße gibt es nicht. Es staubt im Mund vor Trockenheit. Als ich nach warmem Tee frage, wird Tee gekocht, einzeln und in Tassen. Jetzt fehlt der Trichter, um ihn in meine Flaschen zu füllen. Ich bemühe mich nicht die Stirn zu runzeln und gehe einfach, sie meinen es ja alle nur gut.

Der nächste Anstieg wird lang und zach. Mein Magen dreht sich im Kreis, mir fehlt die Energie und mit zunehmender Höhe wird mir schwindelig. Über mir leuchten wieder die Sterne, hinter mir die Stirnlampen der Verfolger. Oben treffe ich Daniel wieder. Mir geht es elend. Daniel muntert mich auf und ich beschließe, langsam ins Tal zu traben, um dort zu pausieren. Im Kopf habe ich Rennen beendet, jetzt zählt Ankommen. Den UTMB habe ich in so einer Situation mal abgebrochen, das war Quatsch. Pause hilft. Der Abstieg geht schnell, unterwegs laufe ich durch das kleine Bergdorf Alagna Valsesia mit seinen bezaubernden und puristischen Häusern im Walserstil. Hier möchte ich bleiben. Die Holzhäuser passen sich perfekt in die Umgebung ein. Um die Körperwärme der Tiere zu nutzen, leben beide unter demselben Dach.

Ich plane ganze zwei Stunden Schlaf, als ich die Tür zum warmen Checkpoint in Alagna aufschiebe. Die Helferin fragt mich direkt: “Wie lange magst du schlafen, 20 Minuten?” Um mir hier nicht als Langschläfer die Blöße zu geben, antworte ich demütig: “30 Minuten?” Ich schlürfe genüsslich die Tomatensoße von meinem Teller Nudeln, lege mich auf eine der weiß bezogenen Liegen und schließe die Augen.

Nach knappen 30 Minuten trabe ich erneut in die Nacht. Auf den nächsten 20 Kilometern erwarten mich 1700 Höhenmeter im Auf- und Abstieg ohne Verpflegung — wahrscheinlich die schwerste Etappe der Tour. Ein Geröllhaufen schlängelt sich hinauf zum Turlopass – die Walser nennen das historische Straße. Plötzlich taucht vor mir eine Sternenwolke auf. Ich glaube, mich verlässt nun endgültig die Vernunft. Als sich die Wolke bewegt, stellt sich heraus, dass die vermeintlichen Sterne die funkelnden Augen einer Kuhherde sind, die auf dem Weg liegt. Leise stapfe ich durch die schlafenden Rindviecher, um diese nicht auch noch zu wecken. Der Bulle hat mich längst bemerkt, hält aber Sicherheitsabstand. Oben am Turlopass setze ich mich auf einen nassen Stein und starre für einige Minuten in der Dunkelheit auf die nassen Felsen. Gefühlt bin ich über den Berg, jetzt muss ich nur noch ins Ziel kommen.

Der Abstieg ist der Horror und ich verfluche die Walser erneut. Der Walser Geröllhaufen schlängelt den Berg hinunter. Unmöglich, dass hier ein Karren fahren könnte, selbst mir Crossbike wäre das ein Himmelfahrtskommando. Meine Füße ächzen, die Steine drücken mir Blasen in malträtierten Füße. Endlose Kehren führen mich ins Tal. Der kleine Checkpoint bei Quarazza ist kaum der Rede wert, gute Verpflegung gibt es hier nicht. Ich bekomme ein Pflaster und klebe es provisorisch über eine geplatzte Blase. Im Schuh wabert mittlerweile ein Gemisch aus Blut und Schlamm zwischen den Zehen.

Macugnaga

Im Dorfzentrum von Macugnaga erblicke ich Judy und freue ich mich wie eine Kind. Sie ist über Nacht über den Simplonpass nach Italien gefahren, sich die Nacht um die Ohren geschlagen und hilft mir bei der Wundversorgung. Es ist jetzt Tag und die Sonne scheint wieder.

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Im warmen Sonnenlicht geht’s die nächsten 1500 Höhenmeter rauf

Mit etwas Pause, gutem Essen und Motivation mache ich mich an die nächsten 1500 Höhenmeter zum Monte Moro Pass. Mit der Sonne kommt die Kraft und die Mädels am Checkpoint höre ich bereits auf halber Höhe kreischen. Die Hütte ist bestens ausgestattet und die Läufer werden mit Leckerbissen und Motivation überschwemmt. So ungefähr kann man sich die Checkpoints beim TDG vorstellen. Vorbei geht es an der übergroßen goldenen Maria hinunter zum Mattmark-Stausee in Richtung Saas Fee. Der Weg nach Saas Fee ist schmerzhaft und lang. Mittlerweile zwickt jeder Schritt und diese scheinen mich Saas Fee nur sehr langsam näher zu bringen.

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Hübsch und teuer – Saas Fee mit dem Blick auf die schmelzenden Gletscher

Zielsprint

Die Strecke von Saas Fee bis Grächen wirkt mit seinen knapp 20 Kilometern fast wie ein Zielsprint. Den Verpflegungspunkt Hannigalp unterschlage ich hier frech. Der Pfad schlängelt sich mehrere Hundert Meter oberhalb des Talbodens eng entlang steiler Berghänge. Da ich diese Etappe bei Dämmerung absolviere, sehe ich zwar in den Abgrund, allerdings sehe ich auch den Pfad. Bei Nacht ist dieser Abschnitt durchaus spannend, jeder falsche Schritt kann hier den Sturzflug einleiten. Auf dem Gaskocher zweier Wegarbeiter brodelt Käsefondue, der Duft steigt mir in die Nase und freue mich, in der Schweiz zu sein. Das Ziel ist nah und die schwächelnden Athleten vor mir steigern meine Motivation. Auf den letzten Metern gebe ich Gas, kassiere noch ein paar Konkurrenten und laufe trotte ins Ziel. Danke Lizzy, das war ein gutes Training.

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Einmal quer durch die Pfunderer Berge und zurück

Der Pfunderer Höhenweg ist ein hochalpiner Wanderweg von Sterzing nach Bruneck, der von erfahrenen Trail-Läufern an einem Wochenende bewältigt werden kann. Mein Plan ist, den Trail in zwei Etappen zu laufen und anschließend mit dem Radl zurück zum Ausgangspunkt zu fahren.

Vor etwa fünf Jahren war ich schon einmal mit meinem Freund Denis auf dem Pfunderer Höhenweg unterwegs. Damals hatten wir uns allerdings nach halber Strecke zum Abstieg entschieden. Diesmal wollte ich den Weg komplett allein und ohne Unterstützung laufen — die Versorgung auf der Edelrauthütte mal ausgenommen. Um von Bruneck wieder zurück nach Sterzing zu gelangen, hatte ich am Vorabend in St. Georgen mein Rad deponiert, mit dem ich am zweiten Tag der Tour wieder zum Ausgangspunkt zurückfahren wollte — so der Plan.

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Der Blick vom “goldenen Sattel” – eintauchen in die Pfunderer Berge

1. Etappe

Ausgangspunkt der Tour ist Freienfeld (Campo di Trens), ein kleiner Ort nahe Sterzing mit einem kleinen Frischwasserbrunnen im Ortszentrum. Genau dort waren wir vor bereits vor zwei Jahren zum ersten Anlauf gestartet. Gleich zu Beginn erwartet mich eine 1000 Meter Rampe, die am Ende mit einem traumhaften Blick über einen goldgelben Bergrücken belohnt wird. Auf den letzten Metern lief ich im zackigen Schritt hinter einer Bergbäuerin, die mich oben ansah und fragte: “Hascht du ein Flieger dabei?” und damit auf meinen Rucksack deutete. Klasse, dachte ich, haste diesmal bissl mehr eingepackt und gleich siehst du aus, als ob du einen Gleitschirm durch die Berge schleppst.

Da ich allein unterwegs bin und der Weg recht ausgesetzt und die Strecke einsam ist, wollte ich für alle Fälle gewappnet sein. Das steckt im Rucksack:

Ein schmaler und bewachsener Hirtensteig führt mich hinüber zum Grat und kurz darauf steil hinunter zur Simile-Mahd-Alm — oft das erste Tagesziel für Wanderer des Pfunderer Höhenweges. Anschließend geht es hinauf Sengesjöchl, hinter dem ein blauer Bergsee liegt – die Bezeichnung ‘Wilder See’ trifft es hier nicht ganz, denn am anderen Ufer kreischt eine Horde Italiener und ruft mich zurück in die Zivilisation.

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Ein Pfad aus Schieferschutt zieht sich von nun an steil hinauf zum Rauhtaljoch. Die bunten Gruppen Wanderer linker Hand deuten an, dass sich hier mit der Kreuzspitze ein beliebter Wandergipfel befindet. Den Gipfel lasse ich dankend liegen, denn der Tag sollte noch lang werden. Das Schneefeld hinter dem Rauhtaljoch war in diesem Jahr bereits ordentlich abgeschmolzen. Über den Schotter- und später Wiesenpfad erreiche ich in wenigen Minuten die Brixner Hütte.

Direkt vor der Brixner Hütte steht ein Wegweiser, der einladend die Distanz zur Edelrauthütte quantifziert: Ganze 9 Stunden veranschlagen Wanderer für diesen Abschnitt. Auch für Trail-Läufer ist dieser Abschnitt fordernd und verlangt Aufmerksamkeit und viel Geduld. Voller Erwartungen stapfe ich hinauf zur ersten Scharte: der Steinkarscharte.

Mit ganzen vier Scharten ist dieses Teilstück gespickt, dazwischen breiten sich jeweils üppige Täler aus:

  1. Steinkarscharte
  2. Kellerscharte auf 2439m
  3. Dannelscharte auf 2437m
  4. Gaisscharte auf 2700m
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Der Blick vom Rastplatz

Der schmale Steig führt durch urige Täler mit saftig grünen Wiesen wie in einem Bilderbuch. Als ich vor einer dieser Wiesen bei einer Rast sitzend diesem Schauspiel folge, stapft ein braunes Pferd zu mir herüber, beugt den Kopf herunter und deutet an, meine Karte fressen zu wollen. Den Hinweis habe ich verstanden und trotz der eher suboptimalen Nährwertkomposition meiner Knoppers, teile ich heute nicht. Kurz darauf hat mich die ganze Herde umzingelt und schnüffelt an mir. Ich finde, es ist Zeit aufzubrechen.

Die nächsten beiden Scharten kosten Kraft und der Steig fordert kontinuierlich Aufmerksamkeit. An Laufen ist kaum zu denken, jeder Schritt will überlegt sein. Nach einem kurzen ausgesetzten Stück blicke neugierig hinunter zum Walter-Brenninger-Biwak, das auf dieser langen Etappe als Notunterkunft durchaus Sinn ergibt. Die Sektion Brixen des Alpenverein Südtirol hat dieses Biwak aus einem alten aufgegebenen Schafstall errichtet und zu Ehren des 2. Vorsitzenden der Sektion Brixen benannt. Ich bin jetzt schon knappe 7 Stunden unterwegs und die anspruchsvollsten Meter stehen mir noch bevor. Über große Blöcke balanciere ich hinauf zur letzten Scharte. Hinter des Felsspaltes in der Scharte erfordert ein kurzes Stück Klettersteig volle Konzentration, denn hier fällt das Gelände senkrecht ab – ein Fehler hätte fatale Folgen.

Auch danach verliert der Steig nicht an Charakter, ich balanciere über Blöcke und steige steile steinbesetzte Stiche hinab, bevor die Edelrauthütte endlich in auftaucht. Nach knappen 9 Stunden und circa 3500 Höhenmetern stehe ich vor der Hüttenkonstruktion, die vor etwa drei Jahren errichtet wurde. Wenige Minuten später genieße die Abendsonne auf der neuen großen Terrasse. Die Hütte ist gut durchdacht und eine Konstruktion aus Holz und Glas, die den Gästen maximale Aussicht gewährt. Während sich die deutschen Gäste über die Vor- und Nachteile der neuen Hüttenkonstruktion den Kopf zerbrechen, fließt bei mir in guter Südtiroler Gesellschaft das eine oder andere Bier den Gaumen herunter.

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Blick von der Edelrauthütte

2. Etappe

Nach einem kleinen Frühstuck stehe ich bereits um 6.30 Uhr vor der Hütte, denn das Tagesprogramm hat es auch heute wieder in sich. Die zweite Etappe wirkt mit guten 35 Kilometern aber deutlich weniger Höhenmetern als die erste Etappe etwas zahmer, doch ist mir den geplanten 7 Stunden für den Höhenweg und 2 Stunden für die anschließende Radfahrt in Summe nicht weniger lang.

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Beim Blick zurück ins Eisbruggtal glänzt der Bach wie eine Silberader

Zunächst folge ich dem – für die Pfunder Berge – breiten Wanderweg in Richtung Tal, bevor der Höhenweg über die Kuhscharte links abzweigt. Danach wird er tatsächlich laufbar und zieht sich als schmaler Trail malerisch entlang der Almwiesen. Es ist traumhaft im Morgenlicht durch die duftenden und mit Blumen geschmückten Wiesen zu laufen.

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Ein traumhafter Pfad führt über die Almwiesen oberhalb des Pfunderer Tals – die Bewirtschaftung dieser steilen Wiesen schaut nach harter Arbeit aus

An der etwas versifften Gampishütte geht es hinauf zur Hochsägerscharte, zunächst über eine Kuhweide und später über Blockwerk. Wer beim steilen Abstieg von der Scharte stolpert, fällt quasi fast direkt vor die Haustür der Tiefrastenhütte. Wie auf einem Gemälde steht steht neben dem Tiefrastensee die Hütte, die sich vieler Tagesgäste erfreut.

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Wollgras steht auf einer feuchten Fläche neben dem Goldsee

Auf breiten Hüttenzustieg geht es hinab bis kurz vor eine Holzhütte, da zweigt der schmale Höhenweg links ab und führt über zwei Scharten hinauf auf das Rückgrat der Pfunderer Berge.

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Am Horizont: das Rückgrat der Pfunderer Berge

Diese letzten Kilometer führen über zahlreiche kleinere Gipfel und zählen landschaftlich zu den Highlights der Strecke: Links die Zillertaler Alpen, rechts am Horizont die Dolomitengipfel. Vom letzten Gipfel des Sambock geht es dann gute 1000 Höhenmeter hinunter nach St. Georgen zum Ende des Pfunderer Höhenweges.

Zurück zum Start

Da der Pfunderer Höhenweg kein Rundweg ist, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie komme ich zurück zum Start? Öffentliche Verkehrsmittel schienen mir hier keine optimale Lösung, weshalb ich vor Beginn der Tour ein Fahrrad am Ziel deponiert habe, mit dem ich nun zurück nach Frauenfeld radeln konnte. Alles in allem schließt sich dann der Kreis und eine sehr schöne und anspruchsvolle Wochenendtour geht zu Ende.

Tourdaten findet ihr auf Strava:

Leider sind die Distanzen nicht ganz korrekt, die Garmin Fenix 5S hat hier ein paar zusätzliche Datenpunkte eingefügt.

Vorschau: Tor des Geants 2016

Courmayeur –  Tor des Geants (TDG) ist ein echtes Abenteuer, das mehr von seinen Läufern abverlangt als Training. Extreme Willensstärke und Durchhaltevermögen sind nötig, um die 338 Kilometer und 24 000 Höhenmeter der Haute Route des Aostatals in Italien zu bewältigen. An der ersten Austragung in 2010 nahmen bereits 330 Läufer teil. Innerhalb weniger Jahre erreichte das Rennen enorme weltweite Aufmerksamkeit, so dass 2016 insgesamt 828 Teilnehmer aus 71 Ländern angetreten waren.

Tor des Geants ist einzigartig, denn die Läufer erleben die wilde Landschaft des Aostatals, werden mit einer ungeahnten Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen und nicht zuletzt mit ihrem eigenen Selbst konfrontiert.

Image © Google Earth

Die Strecke beginnt am Fuße des Mont Blanc in Courmayeur und führt über 25 Bergpässe über 2000 Meter und durch 34 Gemeinden. Insgesamt sind 24 000 Höhenmeter Anstieg und genauso viel Abstieg zu bewältigen. Auf ihrem Weg begegnen ihnen die Giganten der Alpen: Monte Rosa, Mont Blanc, Matterhorn und Gran Paradiso. “This is a route FOR giants OF giants”, sagte Alessandra Nicoletti, die Präsidentin von Valle’d Aosta Trailers.

Tor des Geants
Distanz: 338 Kilometer
Auf- und Abstieg: 24 000 Höhenmeter

© Jeantet Stefano

Laufsteg der Bergziegen

Am Abend vor dem Lauf werden die Top-Favoriten im Zentrum von Courmayeur vorgestellt. Die Veranstaltung ähnelt einer Modenschau, nur das die Models bis auf den schmalen Körperbau nichts mit Modemodels gemein haben. Sie sind braun gebrannt, ihre Haut wirft Falten und ihre Körper sind drahtig. Ihr Laufstil ist dynamisch und voller Energie. Am meisten faszinieren mich jedoch die leuchtenden Augen vieler dieser Athleten. Sie sind gekommen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen – dem Laufen in den Bergen. Sie sind die Weltelite der Ultraläufer, die Bergziegen dieses Planeten, und sie werden morgen mit mir in Courmayeur an der Startlinie stehen. Ich habe viel Respekt vor diesem Rennen und vor diesen Gegnern, doch es freut mich ebenso mit ihnen diese Leidenschaft zu teilen. Ein Abenteuer steht bevor, ich bin bereit.

Überschreitung des Estergebirges

Es gibt diese Liste an Strecken, die ich seit Jahren mit mir herumtrage. Direkt vor meiner Haustür liegt eine fantastische Landschaft mit traumhaften Trails. Einige ganz besondere ziehen sich wie ein roter Faden durch das Gebirge. Ausreichend Zeit, die entsprechende Fitness und die nötige Bergerfahrung sind hilfreich, um diese kleinen Abenteuer sicher zu überstehen. Bisher fehlte mir leider immer eine der drei Voraussetzungen. Gäbe es das Buch 1000 Trails before you die, dann müsste ein Eintrag wie folgt aussehen:

Überschreitung des Estergebirges

Entlang der Straße von Eschenlohe in Richtung Garmisch-Partenkirchen thront das Estergebirge als mächtige Wand über dem Loisachtal. Kaum vorstellbar, dass sich durch diese steilen Flanken zahlreiche Steige winden und dass sich dahinter eine sattgrüne Hochebene befindet, die Landwirte als Weide für ihre Tiere nutzen.

Die Überschreitung des Estergebirges führt über die Hauptgipfel entlang dieses Gebirgskammes von Eschenlohe nach Partenkirchen. Die Tour bietet bezaubernde Tiefblicke ins Loisachtal und Weitblicke ins Karwendel und Wetterstein. Als Versorgungsstützpunkt für bayerische Spezialitäten liegt die Weilheimer Hütte am Fuße des Krottenkopfes direkt auf der Strecke.

Der Pfad ist steinig, technisch anspruchsvoll und vor allem lang. Die oft als Zwei-Tages-Wanderung geplante Tour kann als langer Lauf in einem Tag absolviert werden. Auf Zeitangaben verzichte ich, da diese stark von der eigenen Leistung und den Wetterverhältnissen abhängen.

Tourdaten

Distanz: 28 Kilometer
Anstieg: 2700 Höhenmeter
Abstieg: 2600 Höhenmeter

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Wegbeschreibung

Von Eschenlohe über den Hahnbichelsteig auf die Hohe Kisten, dann über die Weilheimer Hütte und Krottenkopf über den Bischof auf den Fricken. Der Abstieg vom Fricken ist schmal und mündet in den letzten zähen Anstieg auf den Wank. Vom Wank führt ein gut ausgebauter Steig ins Tal nach Partenkirchen.

Strava-Aktivität mit GPX-Track

Meine Ausrüstung

  • Wasser und Elektrolyte,
  • Notfallpaket,
  • Verpflegung,
  • die nötige Bekleidung,
  • Telefon,
  • Karte und GPS

Kenianer als Erster auf dem Gipfel

Mittenwald – Was für ein Rennen. Im Tal herrschten tropische
Verhältnisse, die Strecke war so lang und so schwer wie nie zuvor und
ein Kenianer holte sich den Titel. Bereits vor dem Rennen standen die
Zeichen gut, denn über 400 Läufer waren gemeldet und der Himmel war
blau, ganz ohne Wolken. “Die Temperaturen sind ideal, es herrschen
fast tropische Verhältnisse hier”, sagt Bergwacht-Chef Heinz Pfeffer.
Auf jedem, der elf Kilometer langen Strecke, steht einer seiner
Mittenwalder Kameraden für den Notfall. Außerdem gibt es fünf
Verpflegungsstellen bis zum Gipfel. “Mehr als ausreichend”, meint
Pfeffer.

Blick von der Linderspitze auf die Bergstation der Karwendelbahn

Blick von der Linderspitze auf die Bergstation der Karwendelbahn

Auch die Österreicherin Sabine Reiner ist guter Dinge, denn erst vor
einer Woche holte sie Bronze bei der Europameisterschaft im Berglauf.
“Ich lasse es auf mich zukommen”, sagt sie wenige Minuten dem Start.
“Die Temperaturen sind auch nicht zu verachten.” Pünktlich um 14 Uhr
geben der Zweite Bürgermeister Gerhard Schöner und die Biathletin
Nadine Horchler den Startschuss, und das Feld der 343 angetretenen
Läufer sprintet los. Vom Zentrum des Ortes geht es zunächst auf
flachen 1,5 Kilometern Asphalt bis zum Berg. Dort wartet dann die
erste steile Rampe, eine Teerstraße. “Da kann man sich gleich
abschießen, wenn man die nicht kennt”, erklärt der Bergläufer Stefan
Paternoster, der hier zu den großen Favoriten zählt. Anschließend
folgen die Teilnehmer etliche Kilometer einer Forststraße, bis sie auf
einen schmalen Pfad treffen. Dieser windet sich in Serpentinen durch
Latschen hinauf zur Dammkarhütte. Dort beginnt der schwierige Teil der
Strecke.

Der Kenianer Isaac Kosgei gewinnt das Rennen überraschend

Der Kenianer Isaac Kosgei gewinnt das Rennen überraschend

“Es ist eine richtige Schinderei”, beschreibt es Paternoster treffend.
“Du machst einen Schritt und rutschst einen halben zurück”, sagt der
Kenianer Isaac Kosgei später. “Jeder Meter ist so hart.” Trotzdem kann
er sich etwas absetzen und seinen Vorsprung durch den Tunnel halten.
Wenige Minuten nach 15 Uhr erreicht er als Erster das überdimensionale
Fernrohr an der Bergstation der Karwendelbahn. Doch bis zum Ziel sind
es diesmal einhundert Höhenmeter mehr. “Wer ist das?”, fragte der
Organisator Kurt König überrascht. Bisher konnten sich die Kenianer
auf dieser anspruchsvollen Strecke nicht durchsetzen. Auf dem letzten
steilen Anstieg bis zum Gipfel der Linderspitze holt der Schotte
Robbie Simpson gefährlich schnell auf und die Zuschauer toben. Am Ende
trennten die beiden nur 43 Sekunden und Kosgei gewann das Rennen in
1:06:12 Stunden. Den dritten Platz sicherte sich der Kenianer Francis
Maina Njoroge, der nicht mit dem zähen Schotten gerechnet hatte. “Ich
dachte eigentlich, ich werde Zweiter”, sagte Njoroge nach dem Rennen.

Sabine Reiner (1. Frau) und ihr Freund Stefan Hubert

Sabine Reiner (1. Frau) und ihr Freund Stefan Hubert

Während den Männern die Strecke zu schaffen machte, fühlte sich Sabine
Reiner scheinbar pudelwohl. “Es war super abwechslungsreich und hat
mit voll taugt. Ich habe nicht ein Mal auf die Uhr geschaut.” Mit
einer Zeit von 1:14:27 Stunden ließ sie ihre Konkurrenz weit hinter
sich und siegte bei den Damen. Ihr Freund Stefan Hubert lief die
Strecke außerhalb der Wertung in 1:20 Stunden zum Training mit
Rucksack. Das Paar gehört zur Weltspitze der Bergläufer und befindet
sich mitten in der Vorbereitung auf die Berglauf Weltmeisterschaft im
September in den USA.

Licht am Ende des Tunnels. “Ganz ehrlich, der Tunnel ist heftig”, sagt Sabine Reiner, nachdem sie den Tunnel durchquert hat.

Licht am Ende des Tunnels. “Ganz ehrlich, der Tunnel
ist heftig”, sagt Sabine Reiner, nachdem sie den Tunnel durchquert
hat.

Die schnellen Läufer sind allerdings nur ein kleiner Teil der
Athleten, die sich den technischen 1460 Höhenmetern stellen. Nur fünf
Teilnehmer brechen das Rennen vorzeitig ab und 338 erreichen das Ziel.
Für viele ist dieser Lauf eine große Herausforderung. “Er zählt zu den
schwierigsten Läufen im Alpenraum”, sagt der österreichische
Berglauf-Weltmeister Helmut Schmuck, der heuer erstmals mitlief. Am
Ende stand König die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. “Wir
wussten nicht, funktioniert das jetzt bis da hoch. Top. Ich habe ein
gutes Team.”

Die Königsrunde

Der Herzogstand — kein anderer Münchner Hausberg bietet einen vergleichbaren Ausblick. Am Fuße des Berges liegt Kochel, dessen gleichnamige Kalksteinfelsen von der internationalen Kletterelite hoch geschätzt werden. Gleich dahinter breitet sich das flache Voralpenland bis zum Münchner Olympiaturm aus. Vom Pavillon auf dem Gipfel lässt sich heute noch erahnen, was König König Ludwig II. bewegte, diesen Berg zu seinem Lieblingsberg zu wählen. Die Gipfeltour zum Herzogstand lässt sich mit der Gratüberschreitung auf den Heimgarten zu einer Laufrunde der Extraklasse kombinieren. Aber Vorsicht! Die Wanderzeit auf dieser Strecke ist mit mehr als sechs Stunden angegeben und der Gratweg ist ausschließlich für trittsichere und geübte Läufer ratsam.

Anfahrtsbeschreibung

Von München kommend, fährst du zunächst nach Kochel am Kochelsee, passierst das Walchenseekraftwerk mit den markanten Wasserröhren und fährst die Serpentinen hinauf bis über die Passhöhe zwischen Kesselberg und Herzogstand. Weiter fährst du am Ufer des Walchensees bis zur Talstation der Herzogstandbahn. Die Talstation ist ebenfalls mit dem Bus aus Kochel erreichbar. Der Parkplatz vor der Bahn ist der Ausgangspunkt für unsere Laufrunde.

Der Grat hinüber zum Herzogstand mit dem Pavillon auf dem Gipfel

Der Grat hinüber zum Herzogstand mit dem Pavillon auf dem Gipfel

Wegbeschreibung

Am nordöstlichen Ende des Parkplatzes beginnt unser Trail. Dieser traumhafte Singletrail führt dich bei mäßiger Steigung und herrlichem Blick über den Walchensee durch den bewaldeten Südhang des Berges. Im Sommer ähneln die bunten Segler auf dem See kleinen Papierfähnchen, die ausgelassen im Wind tanzen. Nach ca. vierhundert Höhenmetern erreichst du eine felsdurchsetzte Passage und passierst einen Wassergraben. Dieser führt nicht zu jeder Jahreszeit ausreichend Wasser! Nach weiteren vierhundert Höhenmetern und zahlreichen Serpentinen erreichst du recht unverhofft den Berggasthof Herzogstand. Vorbei am Berggasthof und den japanischen Touristen querst du anschließend unterhalb vom Martinskopf (1675m) hinüber in die von Latschen durchwachsene Südostflanke des Herzogstandes. Nach wenigen Kehren und weiteren unbeholfenen Bahntouristen stehst du zunächst am Gipfelkreuz und anschließend am Pavillon des Königs (1731m).

Am Pavillon bietet sich dir ein herrlicher Rundblick über das weitreichende Alpenvorland, die strahlend blauen Seen und die gewaltige Alpenkulisse im Süden. In westlicher Richtung erkennst du den Gratweg und in dessen Verlängerung den Gipfel des Heimgartens. Leicht unterhalb des Gipfelpavillons befindet sich der Zugang zum Gratweg. Gleich zu Beginn erwarten dich etwas steilere Passagen, die du jedoch ohne Probleme meistern wirst. Falls nicht, dreh um! Im ständigen Auf und Ab, mit Drahtseilen gesichert, führt dich der Grat hinüber zum Heimgarten, dessen Gipfel du nach einem kurzen aber steilen Anstieg durch Latschengebüsch mühelos erreichst. Das glänzende Gipfelkreuz des Heimgartens strahlt im Abendlicht besonders schön.

Vom Gipfel begibst du dich in südlicher Richtung zur Heimgarten-Hütte, die nur im Sommer bewirtschaftet ist. Vorbei an der Hütte, folgst du dem schmalen und felsdurchsetzten Pfad durch dichten Wald hinab in Richtung Süden zur Ohlstädter Alm. Über die Almwiese, vorbei an einer Viehschleuse passierst du die Ostseite des Rotwandkopfes, weiter in südliche Richtung, leicht bergauf. Nachdem der Weg abrupt in Richtung Osten abknickt, führt er dich über kurze und gut laufbare Serpentinen bergab bis zum Rotwandgraben. Dem Weg neben dem Rotwandgraben folgst du, bis der Parkplatz der Herzogstandbahn ausgeschildert ist.

Als abschließendes Highlight der Tour empfehle ich diesmal keine Einkehr mit Kaffee und Kuchen, sondern ein erfrischendes Bad im Walchensee. Besonders in den Sommermonaten ist das für mich der krönende Abschluss dieser Tour.

Am Ufer des Walchensees mit Blick auf den Herzogstand

Am Ufer des Walchensees mit Blick auf den Herzogstand

Zeitansatz

Schnelle und erfahrene Läufer sollten für diese Tour mindestens zwei Stunden ansetzten. Weniger schnelle und weniger erfahrene Läufer sollten für die Tour ca. 3-4 Stunden einplanen. Bitte denkt an die obligatorische Ausrüstung, die ihr in den Bergen jederzeit mitführen solltet:

Ausrüstung

– wasser- und winddichte Jacke mit Membran
– wärmende zweite Schicht
– Erste-Hilfe-Päckchen
– Notlampe
– Nahrung / Wasser

Tourdaten

Link zu den Tourdaten auf Strava.com

Viel Spaß und vielleicht sehen wir uns auf dem Trail!